Tänze im Barock

War bisher Italien kulturell tonangebend, so änderte sich dies ab Ende des 16. Jahrhunderts zugunsten von Frankreich. Bereits 1589 verfaßte Thoinot Arbeau seine Tanzschrift  Orchesographie in welcher er präzise vor allem Branles, aber auch Pavanen und Galliarden erklärt.

In Frankreich, vor allem unter der Herrschaft Ludwig XIV. wurde der höfische Tanz intensiv gepflegt. In der Zeit des Barock, ca. ab 1600 kam zu den Schrittfolgen auch festgelegte Armbewegungen hinzu. Die Schritte wurden weiter perfektioniert und so kompliziert, daß diese später nur noch durch professionelle Tänzer ausgeführt werden konnten.

Im Barock entstand auch das Ballett. Bereits in der Renaissance wurden tänzerische Schauspiele aufgeführt, in welchen Adligen antike Götter darstellten und in dem Tanz den Herrscher verherrlichten. Ludwigs XIV nahm nunmehr selbst an den Hofballetten z.B. als Sonnengott teil, welche die Funktion der politischen Selbstdarstellung der Monarchie hatten.

Berühmte Tanzlehrer, wie Pierre Beauchamp und Raoul Auger Feuillet entwickelten ein System die Tänze in einer besonderen Tanzschrift darzustellen. Zunächst wurden im Barock noch die Tänze der Renaissance, wie Courante, Branle, Galiarde und Gavotte getanzt, aber es gesellten sich neue Tänze wie Menuett, Sarabande, Bourree und Passepied hinzu. Nach 1700 ist langsam eine Vereinfachung der Tanzschritte der Gesellschaftstänze zu verzeichnen, wobei sich der Bühnentanz, als Ballett von dem Gesellschaftstanz trennte.